Bei den Hobbits

Die Herr der Ringe-Filme gesehen? Oder den Hobbit? Vielleicht sogar die Bücher gelesen? Dir hätte der gestrige Tag gefallen!

Nach einem gemütlichen Morgen/Mittag am Strand mit dem Bodyboard und einem Picknick sind wir nach Matama an einen der Drehorte der Filme gefahren. Das Hobbiton Movie-Set wurde auf dem Gelände einer Farm gebaut. Nach den Dreharbeiten zu Herr der Ringe wurde mit dem Rückbau begonnen. Als immer mehr Herr der Ringe-Fans am ehemaligen Filmset auftauchten, wurden die Abbrucharbeiten gestoppt. Zehn Jahre nach den drei Herr der Ringe-Filmen wurde Der Hobbit gedreht, und dafür wurden die Hobbithöhlen nochmal gebaut – mehr diesmal, aus richtigem Holz und stabil, nicht nur aus Styropor und Pappe. Aus dem Drehort wurde das Hobbiton-Movie-Set, das im Rahmen einer geführten Tour besucht werden kann.

Wir wollten schon etwas früher auf eine Tour, aber es war alles ausgebucht … Frohgemut sind wir zwei Tage später als geplant auf den Parkplatz gegondelt, haben Jake seinem Schicksal überlassen und sind zur gebuchten Zeit in der Schlange gestanden. Dort gibt es die wohl saubersten Toiletten Neuseelands, alles ist liebevoll beschriftet, und da man nur geführt gehen kann ist es auch nirgendwo zu voll.

Zu Beginn steigt man in einen grünen Car – unser Fahrer hat ausgesehen wie ein zu gross geratener Hobbit. Dann fährt man etwa 2 Kilometer über eine schmale, kurvige Aufundabstrasse. Der Car hat immer wieder bremsen oder anhalten müssen, weil Schafe oder Kühe mit ihren Kälbern auf der Strasse waren. Zusammen mit einem Tourguide darf man dann als Gruppe in das Hobbitdorf. Alles ist da – Hobbiteingänge, rauchende Kamine, viele Blumen, Gemüsegärtchen, grosse und kleine Hobbithöhlen – in die man zur Enttäuschung der Kinder nicht hineindurfte, da hinter der Fassade nicht viel ist. Der Partybaum, die Partywiese, Bilbos Haus, sogar Sams Haus … Es ist alles mit so viel Liebe zum Detail gemacht – einfach nur wunderschön, auch für jemand, der die Filme nicht kennt. Meiner Mutter hätten all die liebevoll gemachten Gärtchen mit vielen verschiedenen Blumen und Kräutern gefallen. Es ist ein bisschen wie bei uns der Ballenberg, aber in hobbitisch.

So war das ein rundum herrlicher Tag, an dessen Ende wir Richtung Rotorua gefahren sind. Die Stadt hat uns aber nicht gerade freundlich begrüsst – es hat geregnet. Der Empfang am Camping war eher frostig, und der Camping wäre wohl schön gewesen, aber schmutzig und preislich arg an der Schmerzgrenze.

Ich war vor 21 Jahren schon mal in Rotorua, und hatte damals dasselbe Gefühl wie diesmal. Ich werde einfach nicht nicht warm mit der Stadt. Sie erscheint mir unfreundlich, und sie lässt mich ratlos zurück. Es gäbe so viel Intressantes zu sehen … Die Vögel in der Gegend müssen ihre Eier scheinbar nicht ausbrüten – der Boden ist überall warm bis heiss. Die Bewohner von Rotorua können ihre Eier zum Kochen in einem Körbchen in den Hinterhof hängen – es hat überall heisses Wasser … Wir sind spätabends zu einem (übrigens sehr leckeren) japanischen Restaurant gelaufen, über breite geteerte Wege an einer grossen Strasse. Nebendran haben heisse Schlammtöpfe geploppt und gebrodelt, überall stiegen Dampfwolken auf – die ganze Stadt ist ein einziges Thermalgebiet. Trotz all dem wollten wir morgens nur noch weg, wir fühlten uns einfach nicht wohl. Wir haben Jake gepackt, sind losgefahren, haben eingekauft und uns Richtung Taupo aufgemacht.

Unterwegs haben wir noch den Redwoods Tree Walk in Rotorua besucht – der ist hübsch, die Bäume sind noch vergleichsweise jung, (112 Jahre alt, aber es gibt ja in Kalifornien über 2000 Jahre alte Exemplare). Trotzdem ist man ehrfürchtig gestimmt im Wald, die Bäume sind riesig. Beim Eingang des Tracks hat es eine Scheibe eines uralten Redwoods – da sind dann bei den Jahrringen Dinge angeschrieben wie Christi Geburt. Unglaublich!

Einen zweiten Abstecher haben wir zum Waimangu Volcanic Valley gemacht. So ganz ohne thermische Erlebnisse wollten wir die Jungs nicht ziehen lassen. Wir haben einen 45 Minütigen Weg gemacht, an dem wir mehrere Krater, einen ehemaligen Geysir, und viele heisse Quellen, Flüsschen und Bäche bewundern konnten. Das Gebiet ist das jüngste Thermalgebiet der Welt. Überall steigen Dämpfe auf, sprudelt heisses Wasser hervor, ziehen Dampfschwaden über Seen in Kratern … Der Walk kostet für eine Familie einiges, ist aber durchaus lohnenswert.

Wir sind danach mit Jake weitergezogen, und kurz nach Taupo auf einer Doc-Campsite gelandet (Five Mile Bay Recrestion Research). Hier stehen unzählige Wohnmobile am Ufer des Sees, und alle teilen sich ein einziges Plumpsklo. Das Wetter hat gewechselt, ein kühler Wind ist aufgekommen, morgen soll es regnen. Wir haben unsere Fähre zwei Tage nach hinten geschoben – wenn wir gewusst hätten, dass wir nicht in Rotorua bleiben wäre das nicht mal nötig gewesen. So planen wir nun gemütlich in Jakes Bett die nächsten Tage. Vermutlich gibts Hausaufgaben bei Regenwetter!

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