Windy wellington

Der Regen hat uns auf der Doc-Campsite des nachts erwischt. Es hat geschüttet! Am Morgen haben wir uns auf eine grosse Fahrt Richtung Süden gemacht. Die Landschaft hat sich langsam verändert, bis wir durch Wüste gefahren sind. Im Hintergrund die Berge von Mordor – oder in echt der Tongariro-Nationalpark. Vor 21 Jahren habe ich hier das Tongariro-Crossing gemacht. Wie gerne wäre ich wieder in den Nationalpark gefahren, um mehr zu entdecken! Es ist wunderschön dort und ich kann es jedem empfehlen. Mit etwas über zwei Wochen Zeit auf der Nordinsel, dazu noch mit Kindern, reicht es halt nicht für alles und wir haben nur einen kurzen Gruss nach Mordor geschickt.

Gegen Abend waren wir noch 40 Minuten von Wellington entfernt und müde vom ständigen Reisen. Wir haben im Paekakariki Holiday Park zwei Nächte gebucht, damit wir waschen, duschen und etwas zur Ruhe kommen können. Der Camping ist unaufgeregt, ruhig, hinter einem Park am Meer gelegen. Er ist etwas in die Jahre gekommen, aber blitzsauber und man fühlt sich dort wohl (danke auch hier den weltwunderer.de!). Wir haben allerdings schlecht geschlafen, weil es so sehr gewindet hat. Habe mich irgendwann gefragt, wieviel es braucht, um einen Jake wie unseren umzuwinden?!

Anschliessend gings nach Wellington. Nach einer Shoppingtour hatten wir eine Buchung bei den Weta Caves. Dort ist sozusagen die Heimat von Peter Jackson, dem Regisseur der Herr der Ringe-Filme. Die Weta Caves sind eine Firma für Spezialeffekte. In zwei 45-minütigen Touren wurden wir durch die Studios geführt, und durften viele echte Requisiten anschauen. Ein überlebensgrosser, riesiger Kopf war besonders eindrücklich, da wie echt – jedes einzelne Härchen im Gesicht war da, obwohl der Kopf viiiiel grösser ist als ein normaler Menschenkopf. 6 Wochen habe es gedauert, bis all die Haare, auch feine Gesichthaare, so eingesetzt waren. Der Kopf wurde für das Te Papa-Museum in Wellington gemacht – wir sollten ihm einen Tag später nochmals begegnen.

Die zweite Tour führt uns zu den Minitatur-Sets der TV-Serie Thunderbirds. Es war eindrücklich, eine komplett eingerichtete Villa in Mini-Version, aber mit allen Schikanen zu sehen. Es wird dort gefilmt, die Filme aber dann verlangsamt gebraucht – sonst würden sich zum Beispiel Palmen im Wind zu schnell bewegen. Während der Tour gabs auch viele Tipps, wie man selber coole Filme machen kann. Er zeigte uns eine Zitronen-Presse – einen Bowling-Kegel hintendranhalten, und schon hat man ein Weltraumgefährt, ein Geschoss oder … Ein Gebilde das aussah wie aus einem Star-Wars-Film, sehr futuristisch und technisch, wurde aus alten Fax-Geräten, Waschmaschinen-Trommeln und anderem Altmetall zusammengebastelt. Eindrücklich!

Das Thema passt übrigens super zum Schul-Thema der Jungs – ihr Quartalsthema ist «Klappe zu!». So sind sie zwar fünf Schulwochen nicht da, haben aber trotzdem etwas zum Thema erlebt.

Nachdem wir ausgiebig die Trolle aus einem Herr der Ringe-Film fotografiert haben, sind wir zu einem grossen Parkplatz mitten in der Stadt am Hafen gefahren. Der Platz ist direkt hinter dem Te Papa-Museum, für 30 Dollar darf man dort 24 Stunden bleiben. Den Kindern hats gefallen! Wir haben uns das Kochen gespart und ein Restaurant gesucht – leider das falsche. Erst wurden wir gar nicht bedient, dann haben wir über eine Stunde auf unser Essen gewartet.

Am nächsten Morgen gings nach einem lustigen Morgenessen auf dem grossen Gehweg vor dem Camper (wir wurden angeschaut – 😋 ) ins Te Papa-Museum – das Nationalmuseum der Neuseeländer mit hervorragendem Ruf. Zu unserer Enttäuschung war der Bereich, in dem man ein Erdbeben hätte spüren können, oder den Riesenkalmar besichtigen, wegen Umbau geschlossen. Etwas orientierungslos sind wir dann in die Ausstellung zum 1. Weltkrieg gegangen. Sehr schöne, lohnenswerte Ausstellung mit eben den überlebensgrossen Figuren aus dem Weta Caves – nur nicht für Kinder. Sohn 1 war alt genug dafür und war kaum mehr aus der Ausstellung zu kriegen. Sohn 2 und 3 finden Museen sowieso doof, das Te Papa hatte keine Chance … Nach einem kleinen Mittagessen und einem grossen Realfruit-Icecream gingen die Jungs auf dem Gelände rennen, parkouren und all das tun, was Jungs halt gern tun. Wir verabschiedeten uns nacheinander kurz in die Stadt, um ein paar Besorgungen zu machen. Ich machte noch einen Abstecher ins Meer – boah, kalt! Abends gabs leckere Pizza vor dem Camper.

Wellington ist eine schöne, herzliche, warme Stadt. Es windet zwar immer, aber irgendwie fällt das gar nicht so auf. Man ist einfach gerne dort, und man würde liebend gern noch länger dort bleiben …

Leider – oder auch nicht – gings am nächsten Morgen früh auf die Fähre. Die Südinsel rief. Die Fährüberfahrt ist wirkich schön – nach Wellington gabs sogar ein paar Delfine, die sich neben den Schiff in Pose warfen. Nach etwa der Hälfte der Fahrt fährt man in die Sounds um die Südinsel ein – sehr schön und abwechslungsreich!

Nun sind wir auf einer weiteren Campground-Empfehlung der weltwunderer.de gelandet (habe ja auch seit dem Sommer auf ihrer Website gelesen, und die Bücher dazu …). Es ist die Smith-Farm bei Linkwater. Eigentlich recht unspektakulär. Beim Einchecken bekommt man jedoch ein paar nette Dinge in die Hand gedrückt: selbstgebackene Muffins (lecker!), für jedes Kind einen Sack Futter für die Ziegen, Schafe und Schweine, und eine kleine Schatzkarte mit der Anweisung, bei Anbruch der Dunkelheit loszulaufen.

Bericht folgt 😋!

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